Einführung

Bewegung ist neben gesunder Ernährung und seelischem Gleichgewicht eine der wichtigsten Stützen der allgemeinen Gesundheitsvorsorge. Sie reicht von körperlicher Aktivität im Alltag (schon regelmäßiges Spazierengehen gehört dazu) bis zu ärztlich überwachten und fachlich geleiteten Trainingsgprogrammen in Herzgruppen. Die Herzgruppen-Idee einer wohnortnahen Langzeit-Rehabilitation (Phase III und IV) von Herz-Kreislaufkrankheiten (“Herzsport”) hat sich in der Bundesrepublik und dem Saarland seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts flächendeckend durchgesetzt. Sie ist Teil eines ganzheitlichen medizinischen Konzepts und von großem, inzwischen auch wissenschaftlich erwiesenem Wert für die Volksgesundheit. So läßt sich die Gefährdungsrate bei der >>KHK um bis zu 25% senken.
Es gibt bundesweit mittlerweile mehr als 6000 solcher Gruppen gleicher Zielsetzung, jedoch in unterschiedlicher Trägerschaft. Als Optimum werden 15 Gruppen/100.000 Einwohner angesehen (Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation – DGPR).
Die medizinische und physiotherapeutische Betreuung von Patienten mit durchgemachten Erkrankungen des Herzkreislaufsystems hat sich bewährt und ist inzwischen auch auf andere Erkrankungen wie Bluthochdruck und Durchblutungstörungen des peripheren Kreislaufs (sog. pAVK-Patienten), sowie auf Lungenerkrankungen (>> COPD) ausgeweitet worden. All diesen Zielen widmet sich der hier vorgestellte Verein HGR (Verein für Herz-Gesundheitsport und Rehabilitation).

Das Prinzip dieser “Herzsport”-Einrichtungen ist ein Katalog gesundheitsfördernder Maßnahmen der Sekundär>>prävention:

  • (aerobes) Ausdauertraining
  • Arztgespräche, Therapiekontrollen,
  • Ernährungsberatung
  • Pflege und Festigung psychosozialer Bezüge durch Geselligkeitsabende und Freizeitgestaltung (gemeinsame Feiern, Wanderungen etc.)

Es ist also ein Maßnahmenbündel, das die Aktivierungeffekte einer Gruppe gleichen oder ähnlichen Krankheitsschicksals ausnutzt. Es ist nicht das Ziel, Bestleistungen zu erbringen, sondern übermäßige und Schonhaltungen zu verhindern, Ängste abzubauen. Aus diesem Grunde sind Aktivitäten mit Wettbewerbscharakter (Mannschaftsspiele wie Volleyball) verpönt.
Der Herzsport soll neben anderen Hilfen die innere Stabilität und Identität des Betroffenen festigen, ihm sein Selbstvertrauen zurückbringen und ihm ermöglichen, einen festen und anerkannten Platz in der Familie, im Berufsleben und in der Gesellschaft zurückzugewinnen. Der Herzsport ist daher auch ein Mittel der Hilfe zur Selbsthilfe, in dem Verhaltensänderungen und Gesundheitsbewußtsein im positivem Sinne erlernt werden können.


 Zitat der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation (DGPR):

Herzgruppen betreuen chronisch Herzkranke im Sinne einer lebenslangen Rehabilitation am Heimatort. Bezeichnet werden sie als ärztlich betreute und begleitete Selbsthilfegruppen, in denen die “Mündigkeit” des einzelnen Patienten geweckt und gestärkt werden soll, damit er als “Fachmann seiner Krankheit” kompetent Selbstverantwortung übernehmen kann.

Dazu erlernt er in den Herzgruppen die Einschätzung seiner eigenen körperlichen Belastbarkeit, die Beherrschung seiner persönlichen Risikofaktoren (Sekundärprävention) und die Bewältigung seiner persönlichen Behinderung durch die chronische Krankheit. 

(Bitte auf die Grafik klicken!)

Darstellung der DGPR: Prozent/100.000 Einwohner; 2010 – das Saarland liegt mit an der Spitze!


Important!

Mitgliedern einer Herzgruppe fällt es leichter, gesund zu leben, als Herzpatienten, die keiner Gruppe angehören. Das beweist eine an der Universität Heidelberg durchgeführte Studie: Die zu Herzkrankheiten führenden Risikofaktoren wie z. B. Rauchen, zu hohe Blutfette, Übergewicht und Bluthochdruck werden in der Gruppe besser und auf Dauer abgebaut. Die Berliner KHK- Studie zeigt, daß die Sterblichkeit und Reinfarkthäufigkeit bei Teilnehmern einer Herzgruppe deutlich niedriger ist, als bei Patienten, die nicht in einer Herzgruppe mitgemacht haben. In der Herzgruppe lernen Sie, Ihre Belastungsfähigkeit richtig einschätzen. Und – Sie blicken wieder hoffnungsvoller in die Zukunft. Für viele Herzgruppenmitglieder sind die Gespräche mit den Teilnehmern interessant, die schon länger der Gruppe angehören. Es werden Erfahrungen ausgetauscht, die Ihnen helfen, Probleme zu lösen. Darüber hinaus entstehen in der Gruppe häufig neue Freundschaften, in die auch die Lebenspartner mit einbezogen werden.
Zu den Angeboten der Herzgruppen gehören vielfach auch Entspannungstechniken und Ernährungsberatung. Es werden Fragen zu beruflichen, familiären oder medizinischen Problemen beantwortet. Daneben bieten zahlreiche Gruppen – überwiegend von Mitgliedern selbst organisierte – Veranstaltungen wie: Besichtigungen, Wanderungen, Tanzfeste, Theaterbesuche und sogar Wander- und Skilanglauf- Urlaube. Daran sollen natürlich auch die Lebenspartner teilnehmen.